Begin typing your search above and press return to search. Press Esc to cancel.

Zehnerregel


Zehnerregel der Fehlerkosten

Fehlerkosten

Fehlerkosten (englisch: failure costs) sind Kosten in Unternehmen, die durch Fehlproduktion und deren Auswirkungen verursacht werden.

Zehnerregel der Fehlerkosten Definition

Erfahrungsregel aus dem Qualitätsmanagement, dass die Kosten der Fehlerverhütung bzw. der Fehlerbehebung in jeder Phase um den Faktor 10 steigen: wenn Fehler nicht bei Planung und Entwicklung vermieden werden, sondern erst bei der Gestaltung der Arbeitsschritte und Prozesse (Arbeitsvorbereitung, Ablauforganisation) bemerkt werden oder sogar erst in der Fertigung, bei der Endprüfung oder gar beim Kunden – dann sind sie 1.000 mal höher als die Kosten der Fehlerverhütung in der Planung und Entwicklung.

Ist es möglich Fehler vor zu beugen?

Die Fehler Möglichkeits und Einfluss Analyse (FMEA) ist eine Qualitätstechnik zur präventiven Fehlervermeidung. Diese ermöglicht es Unternehmen auf der einen Seite Fehler bzw. Fehlerursachen in den frühen Phasen zu identifizieren und so Fehlern zu vermeiden und hohen Fehlerkosten vorzubeugen. Sollten Fehler dennoch Fehler auftreten, reicht es nicht aus den Fehler selbst zu beseitigen. Um einen Nachhaltigen Effekt zu erzielen gilt es die auch die Ursachen zu finden, die zur Entstehung des Fehlers geführt haben.

Fehlerkosten (englisch failure costs) sind Kosten in Unternehmen, die durch Fehlproduktion und deren Auswirkungen verursacht werden.

Allgemeines

Fehlleistungen sind nicht geplant, wertmindernd, führen zu Nacharbeit oder sind wertvernichtend und führen zu Ausschuss.[1] Fehlproduktion bedeutet eine Abweichung der tatsächlichen von der idealen Produktqualität/Dienstleistungsqualität. Es kann sich mithin erst dann um eine Fehlproduktion handeln, wenn die vorgesehene Produktqualität in der Produktion nicht erreicht wird. Für den Fehlerbegriff im Sinne der Produkthaftung genügt die objektive Geeignetheit, das Integritätsinteresse des Kunden zu schädigen. Die Fehlproduktion führt zu Fehlerkosten, weil auch die fehlerhaften Produkte Herstellkosten verursacht haben, obwohl sie unverkäuflich sind und deshalb keine Erlöse generieren. Diese Fehlerkosten schmälern den Gewinn.[2] Die Fehlerkosten bilden einen Teil der Qualitätskosten und erreichen im Regelfall den höchsten Anteil hieran.[3]

Wurden Produkte dennoch verkauft und dem Käufer fallen die Sachmängel auf, entstehen weitere Kosten durch Gewährleistung, Produzentenhaftung oder Rückrufaktionen. Neben den Kostennachteilen sind die Unternehmen durch Fehlproduktion einem hohen Reputationsrisiko ausgesetzt und erleiden einen nicht zu unterschätzenden Reputationsschaden in der Öffentlichkeit, der die Fehlerkosten weit übersteigen kann. Schlimmstenfalls droht der Verlust von Kunden oder Marktanteilen.

Arten

Unterschieden wird zwischen betriebsinternen Fehlerkosten und externen Fehlerkosten. Die betriebsinternen Fehlerkosten (Ausschuss, Nacharbeit, Reparatur) fallen bereits vor der Lieferung an den Kunden an und sollen dazu beitragen, die Qualitätsstandards der Produkte oder Dienstleistungen wiederherzustellen und sie marktreif zu machen. Die externen Fehlerkosten (Reklamation, Retoure, Kulanz, Garantie, Produzentenhaftung) dagegen treten erst nach Auslieferung an den Kunden auf.[4]

Als Fehlerfolgekosten werden alle Folgekosten bezeichnet, die kurz-, mittel- und langfristig durch die Wirkung von Fehlern entstehen.[5] Fehlerfolgekosten beinhalten nicht die Fehlerkosten der unmittelbaren Fehlerbeseitigung, sondern die Kosten aller zusätzlichen Folgewirkungen.

Steuerung mit Fehlerkosten

Fehlerkosten stellen eine Qualitätskennzahl dar, mit der im Rahmen des Qualitätsmanagements die Qualität der Produkte und Dienstleistungen gesteuert werden kann. Hierzu müssen den Fehlerkosten die Fehlerverhütungs- und Prüfkosten gegenübergestellt werden. In der Summe ergeben diese drei Kostenarten die Qualitätskosten. Da sich diese Kostenarten gegenseitig beeinflussen (erhöht ein Betrieb die Prüfkosten, so senkt er die Fehlerkosten), können Fehlerkosten nicht isoliert betrachtet (und optimiert) werden. Um Fehler und Fehlerkosten möglichst vorbeugend auszuschließen, wird bei der Prozessplanung die FMEA eingesetzt.

Hohe Fehlerkosten sind ein Hinweis auf ungünstige und noch zu verbessernde Produktionsprozesse. Durch eine Fehler-Ursachen-Analyse werden die Störungen erforscht und der Prozess entsprechend umgestaltet.

Abgrenzung

Abzugrenzen sind die Fehlerkosten von den Fehlmengenkosten, die durch Fehlmengen oder Überbuchungen entstehen.

Einzelnachweise

  1. Gerd F. Kamiske/Jörg-Peter Brauer: Qualitätsmanagement von A bis Z. Wichtige Begriffe des Qualitätsmanagements und ihre Bedeutung. 7. aktualisierte und erweiterte Auflage. Carl Hanser Verlag, München 2011, ISBN 978-3-446-42581-1. 
  2. Norbert Hochheimer, Das kleine QM-Lexikon, 2011, S. 84
  3. Jochem Piontek, Controlling, 2005, S. 192
  4. Jochem Piontek, Controlling, 2005, S. 191 f.
  5. Manfred Noé, Projektbegleitendes Qualitätsmanagement, 2006, S. 128

Kontakt

Ich freue mich auf Ihre Anfrage, die garantiert innerhalb der nächsten 12 Stunden Beantwortung findet.


 

Seminare & Ausbildungen (DEKRA Zertifiziert)